Von Leah Gand
praktische Bachelorarbeit
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bleiben Erinnerungen – und manchmal auch die Stimme. Doch welche Bedeutung können Tonaufnahmen Verstorbener für Hinterbliebene haben?
In ihrer Bachelorarbeit und einem rund 35-minütigen Radiofeature widmet sich MWJ-Absolventin Leah Gand genau dieser Frage. Im Mittelpunkt steht das Projekt Familienhörbuch, bei dem schwer erkrankte Eltern für ihre Kinder ein biografisches Hörbuch aufnehmen – in dem Wissen, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt ist.
„Mich hat besonders interessiert, wie unterschiedlich Trauer verlaufen kann und welche Rolle die Stimme der verstorbenen Person dabei einnimmt”, sagt Leah. „Ob sie Trost spendet, vielleicht auch überfordern kann und wie individuell Menschen das wahrnehmen.”
Vier Mütter und Väter geben Einblicke in genau diese ganz persönlichen Erfahrungen. Ergänzt werden ihre Geschichten durch Perspektiven der Soziologin Dr. Gülay Ateş, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, sowie von Judith Grümmer, Gründerin des Familienhörbuchs.
Eine besondere Herausforderung war für Leah der sensible Umgang mit den Interviewpartner_innen: „Mir war wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem die Hinterbliebenen selbst entscheiden können, was sie erzählen möchten und sich wohlfühlen.”
Entstanden ist ein Radiofeature, das sich behutsam dem Thema Trauer nähert und zeigt, dass es keinen richtigen oder falschen Weg gibt, mit dem Verlust eines Menschen umzugehen.